Wie du dich mit deiner Seele verbinden kannst
Wie kannst du dich mit deiner Seele verbinden?
Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt. Und für mich beginnt die Antwort mit einer ganz grundlegenden Veränderung unserer Sichtweise.
Denn solange du glaubst, dass du ein Körper bist, der irgendwo in sich auch noch eine Seele hat, suchst du die Verbindung zu deiner Seele möglicherweise an der falschen Stelle.
Für mich ist es genau andersherum:
Ich bin Seele und habe einen Körper.
Das ist für mich ein entscheidender Unterschied.
Du bist nicht von deiner Seele getrennt
Als Erstes braucht es deshalb für mich einen Bewusstseinswandel.
Wir sprechen häufig davon, dass wir uns mit unserer Seele „verbinden“ möchten. Doch das klingt so, als wäre die Seele irgendwo außerhalb von uns und wir müssten erst einen Zugang zu ihr herstellen.
Ich sehe das anders. Für mich sind wir Seele. Wir sind geistige Wesen und leben für eine bestimmte Zeit in einem physischen Körper.
Ich glaube fest daran und weiß für mich, dass alles Energie ist. Auch unser Körper besteht für mich nicht nur aus dem, was wir sehen und anfassen können.
Deshalb geht es für mich weniger darum, eine Verbindung zur Seele herzustellen, sondern vielmehr darum, die Verbindung wieder bewusst wahrzunehmen, die längst da ist.
Richte deine Aufmerksamkeit nach innen
Der zweite Schritt ist eigentlich ganz einfach und für viele Menschen gleichzeitig ungewohnt:
Richte deine Aufmerksamkeit nach innen.
Wir sind es gewohnt, unsere Aufmerksamkeit ständig im Außen zu haben. Was passiert um mich herum? Was denken andere? Was muss ich noch erledigen? Was wird von mir erwartet? Was läuft gerade in der Welt und was steht schon wieder auf meinem Handy?
Unser Verstand ist permanent beschäftigt.
Wenn du deine Seele bewusster wahrnehmen möchtest, darfst du deine Aufmerksamkeit immer wieder aus diesem Außen zurückholen und dich selbst wieder spüren. Nimm deinen Körper wahr, deine Gefühle, deinen Atem und auch die Stille, die entsteht, wenn du einmal nicht auf jeden Reiz im Außen reagierst.
Denn dort kannst du etwas wahrnehmen, das im Lärm des Alltags schnell untergeht.
Dein Atem ist die Nabelschnur zu deiner Seele
Für mich ist der Atem eine ganz besondere Verbindung zu meiner Seele. Ich nenne ihn gern:
die Nabelschnur zu meiner Seele.
Dieses Bild entstand während einer Meditation.
Ich sah mich als Embryo im Mutterleib und war über die Nabelschnur mit meiner Mutter verbunden. Alles, was ich zum Leben brauchte, kam über diese Verbindung zu mir.
Doch irgendwann wurde ich geboren. Die Nabelschnur wurde durchtrennt und dann geschah etwas Entscheidendes: Ich nahm meinen ersten eigenen Atemzug.
In diesem Moment entstand für mich ein tiefes inneres Bild. Die körperliche Nabelschnur war zwar durchtrennt, aber über meinen Atem bestand weiterhin eine Verbindung – nun nicht mehr zu meiner Mutter, sondern zu etwas viel Größerem, zu meiner Seele und zur kosmischen Quelle.
Dieses Bild hat mich seitdem begleitet.
Dein Atem ist immer da
Das Faszinierende am Atem ist, dass du nichts dafür tun musst. Du musst nicht daran denken, zu atmen oder deinen Atem irgendwie einschalten. Er ist einfach da – Tag und Nacht, vom ersten bis zum letzten Atemzug deines Lebens.
Und genau deshalb ist der Atem für mich eine wunderbare Möglichkeit, mich immer wieder mit mir selbst und meiner Seele zu verbinden.
Wenn ich meinen Atem bewusst wahrnehme, komme ich aus meinem Denken heraus, werde ruhiger und nehme meinen Körper und mich selbst wieder bewusster wahr.
Spüre deinen Körper
Der nächste Schritt besteht darin, deinen Körper wieder bewusster wahrzunehmen.
Auch das klingt zunächst selbstverständlich. Schließlich leben wir jeden Tag in unserem Körper. Doch wie oft spüren wir ihn wirklich?
Viele Menschen nehmen ihren Körper vor allem dann wahr, wenn er nicht mehr so funktioniert, wie sie es gern hätten, wenn etwas schmerzt, verspannt ist, müde wird oder andere Beschwerden auftreten.
Dabei kommuniziert unser Körper ständig mit uns. Für mich ist er ein wichtiges Sprachrohr meiner Seele.
Nicht jedes körperliche Symptom lässt sich auf eine einfache seelische Ursache zurückführen. Aber ich habe in meinem eigenen Leben immer wieder erlebt, dass mein Körper mir sehr deutlich gezeigt hat, wenn ich mich von mir selbst und meiner Wahrheit entfernt hatte.
Deshalb lohnt es sich, den Körper nicht nur dann wahrzunehmen, wenn etwas weh tut. Du kannst dich auch zwischendurch immer wieder fragen: Wie fühlt sich mein Körper gerade an? Wo fühlt es sich weit und angenehm an und wo eng? Wo halte ich vielleicht fest? Und was verändert sich, wenn ich einfach nur meine Aufmerksamkeit dorthin bringe?
Die Verbindung zu deiner Seele braucht Übung
Die Verbindung zur Seele ist für mich nichts, was einmal hergestellt wird und dann für immer funktioniert. Sie braucht Aufmerksamkeit.
Gerade wenn du viele Jahre hauptsächlich im Außen gelebt hast, kann es ungewohnt sein, plötzlich nach innen zu lauschen. Deshalb braucht es ein wenig Übung.
Meditation und Yoga können dabei helfen, ebenso bewusstes Atmen, ein Spaziergang in der Natur oder einfach ein paar Minuten, in denen du nichts tun und erreichen musst, sondern nur wahrnimmst, was gerade da ist.
Dabei geht es nicht darum, etwas Besonderes erleben zu müssen. Du brauchst keine spektakulären Bilder, keine Stimme aus dem Jenseits und keine außergewöhnliche spirituelle Erfahrung.
Die Verbindung kann sich ganz leise zeigen. Manchmal ist es einfach ein Gefühl, manchmal ein inneres Wissen oder ein plötzlicher Impuls, bei dem du gar nicht genau erklären kannst, woher er kommt. Und manchmal ist da nur dieses ganz klare Empfinden:
Das stimmt für mich.
Deine Seele spricht nicht unbedingt laut
Wir erwarten manchmal, dass die Antwort unserer Seele eindeutig sein müsste. Am besten mit einem großen Schild:
Maria, bitte jetzt links abbiegen. 😄
So funktioniert es zumindest bei mir meistens nicht.
Die Impulse meiner Seele sind häufig viel feiner. Und genau deshalb braucht es diese Momente, in denen wir den Lärm im Außen ein wenig leiser werden lassen.
Je mehr du übst, deine Aufmerksamkeit nach innen zu richten, desto leichter kannst du mit der Zeit unterscheiden, ob gerade dein Kopf oder deine Angst mit dir spricht, ob du etwas von anderen übernommen hast oder ob sich etwas tief in dir wirklich wahr und stimmig anfühlt.
Du musst deine Seele nicht suchen
Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis:
Du musst deine Seele nicht irgendwo suchen, denn sie ist nicht außerhalb von dir.
Du musst auch nicht erst spiritueller, bewusster oder „weiter“ werden, um dich mit ihr verbinden zu können.
Für mich geht es vielmehr darum, wieder wahrzunehmen, was längst da ist. Dein Atem kann dir dabei helfen, aus dem Denken herauszukommen und dich selbst wieder zu spüren. Wenn du deinen Körper, deine Gefühle und deine inneren Impulse bewusster wahrnimmst, wird mit der Zeit auch deine Intuition wieder deutlicher.
Denn du bist Seele.
Vielleicht besteht der Weg deshalb gar nicht darin, eine Verbindung zu ihr herzustellen, sondern dich wieder daran zu erinnern.
Möchtest du dich selbst und den Weg deiner Seele noch tiefer verstehen?
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