Wie du deine Energie erhöhst

Es gibt Zeiten, in denen wir sehr deutlich merken, dass unsere Energie nicht mehr dieselbe ist wie früher. Wir sind schneller erschöpft, haben weniger Lust auf Dinge, die uns eigentlich Freude machen sollten, fühlen uns von bestimmten Menschen ausgelaugt oder brauchen nach einem ganz normalen Tag erst einmal Ruhe.

Früher hätte ich wahrscheinlich vor allem gefragt: Wie kann ich meine Energie möglichst schnell wieder erhöhen?

Heute interessiert mich eine andere Frage viel mehr: Wo fließt meine Energie eigentlich hin?

Denn bevor wir versuchen, noch mehr Energie zu bekommen, lohnt es sich herauszufinden, wofür wir unsere vorhandene Lebensenergie jeden Tag einsetzen. Manchmal fehlt uns nämlich gar nicht grundsätzlich die Energie. Wir verteilen sie nur sehr großzügig auf Menschen, Aufgaben, Verpflichtungen und Erwartungen und wundern uns anschließend, warum für uns selbst kaum noch etwas übrig ist.

Deine Energie ist nicht jeden Tag gleich

Wir sind keine Maschinen und deshalb wäre es ziemlich anstrengend, ständig auf einem möglichst hohen Energielevel sein zu wollen. Unser Körper braucht Aktivität und Ruhe, wir erleben Freude und Trauer, Begeisterung und Stress und es gibt Lebensphasen, in denen wir einfach mehr Rückzug brauchen als in anderen.

Auch das, was uns Energie gibt oder kostet, verändert sich im Laufe unseres Lebens. Eine Aufgabe, die uns vor zehn Jahren begeistert hat, kann sich heute schwer anfühlen. Menschen, mit denen wir uns lange verbunden fühlten, passen vielleicht nicht mehr so gut zu uns. Und manchmal halten wir an etwas fest, weil es doch immer richtig war und wir gar nicht auf die Idee kommen, dass es heute anders sein könnte.

Das bedeutet nicht automatisch, dass wir alles verändern müssen. Aber es lohnt sich, hin und wieder genauer hinzuschauen, anstatt Erschöpfung einfach als normalen Bestandteil des Lebens hinzunehmen.

Wo bleibt deine Lebensenergie im Alltag?

Wenn du herausfinden möchtest, was mit deiner Energie geschieht, kannst du einmal ganz nüchtern auf deinen Alltag schauen. Wie fühlst du dich mit deiner Arbeit, in deiner Partnerschaft, mit deiner Familie und deinen Freundschaften? Gibt es Menschen, nach deren Besuch du dich wohl und lebendig fühlst, während du nach anderen Begegnungen erst einmal eine Stunde für dich brauchst? Freust du dich auf deine Termine oder ertappst du dich regelmäßig bei dem Gedanken: „Oh Gott, nicht schon wieder“?

Besonders viel Energie verlieren wir meiner Erfahrung nach häufig bei den Dingen, die wir nicht aus Überzeugung tun, sondern weil wir glauben, sie tun zu müssen. Wir helfen, obwohl wir selbst müde sind, sagen Ja, obwohl wir Nein meinen, übernehmen Aufgaben, weil sonst jemand enttäuscht sein könnte, und halten an Gewohnheiten oder Verpflichtungen fest, weil sie schon immer zu unserem Leben gehört haben.

Das passiert nicht unbedingt bewusst. Oft merken wir erst an unserer Erschöpfung, dass wir uns selbst irgendwo auf dem Weg verloren haben.

Eine einfache Bestandsaufnahme kann erstaunlich viel zeigen

Eine Übung, die ich schon lange nutze, ist eine Bewertung der verschiedenen Lebensbereiche auf einer Skala von 1 bis 10. Dabei bedeutet eine 10, dass sich ein Bereich im Moment richtig gut und stimmig anfühlt, während eine niedrige Zahl darauf hinweist, dass dort etwas nicht rund läuft.

Du kannst dir beispielsweise deine Arbeit, Partnerschaft, Familie, Freundschaften, Gesundheit und Wohlbefinden, Freizeit, finanzielle Situation und die Zeit anschauen, die wirklich nur dir gehört. Es geht dabei nicht darum, dein Leben zu benoten oder am Ende möglichst viele Zehnen vorweisen zu können. Interessant sind vielmehr die Bereiche, denen du spontan eine niedrige Zahl gibst.

Dort kannst du etwas genauer hinschauen und dich fragen, was dir eigentlich fehlt, welche Bedürfnisse vielleicht schon länger zu kurz kommen und ob du Dinge tust oder aufrechterhältst, obwohl sie sich für dich längst nicht mehr richtig anfühlen.

Manchmal wird bei einer solchen Bestandsaufnahme sehr schnell deutlich, warum wir uns so erschöpft fühlen.

Nicht alles, was Energie kostet, ist deshalb falsch

Das ist mir heute wichtig, denn ich möchte nicht den Eindruck vermitteln, wir müssten nur alles aus unserem Leben entfernen, was anstrengend ist.

Auch etwas, das vollkommen richtig für uns ist, kann Energie kosten. Ein Neubeginn kann anstrengend sein, eine schwierige Entscheidung uns tagelang beschäftigen und ein intensives Gespräch kann uns erschöpfen, obwohl es längst notwendig war. Selbst Bewegung kostet zunächst Kraft und kann uns hinterher trotzdem guttun.

Deshalb teile ich mein Leben nicht einfach in „gibt mir Energie“ und „raubt mir Energie“ ein. Viel wichtiger finde ich die Frage, wofür ich meine Lebensenergie einsetzen möchte.

Es macht einen großen Unterschied, ob ich nach etwas Anstrengendem müde und gleichzeitig zufrieden bin oder ob ich mich immer wieder leer fühle, weil ich dauerhaft gegen meine eigenen Bedürfnisse lebe.

Für mich ist Lebensenergie eng mit der Seele verbunden

Für mich ist die Seele keine abstrakte Idee. Durch meine Nahtoderfahrung mit 25 Jahren hat sich mein Verständnis davon grundlegend verändert. Ich habe damals erlebt, dass mein Körper und das, was ich als mein eigentliches Ich wahrnahm, nicht dasselbe waren.

Seitdem ist für mich klar: Ich bin Seele und ich habe einen Körper.

Meine Seele ist für mich Lebensenergie und Ursprungsenergie, die meinen Körper belebt, bewegt und beseelt. Deshalb gehört für mich zu einem energievollen Leben mehr als ausreichend Schlaf, Bewegung und eine Ernährung, die mir guttut – so wichtig all das natürlich ist.

Es gehört auch dazu, immer wieder zu überprüfen, ob mein Leben noch zu mir passt. Haben meine eigenen Bedürfnisse darin überhaupt Platz? Gibt es Dinge, die mir Freude machen und mich lebendig fühlen lassen? Kann ich mich so ausdrücken, wie ich wirklich bin, oder verbringe ich einen großen Teil meiner Zeit damit, zu funktionieren und Erwartungen zu erfüllen?

Für mich hängt unsere Energie deshalb auch damit zusammen, wie verbunden wir mit uns selbst sind.

Dein Atem kann dich wieder mit dir verbinden

Eine der einfachsten Möglichkeiten, diese Verbindung bewusster wahrzunehmen, ist für mich der Atem. Dafür braucht es keine besondere Technik und auch nicht jeden Tag eine halbe Stunde Meditation.

Manchmal reicht es schon, mitten im Alltag kurz innezuhalten und einige Atemzüge bewusst wahrzunehmen. Sobald ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem richte, komme ich aus dem ständigen Denken wieder stärker ins Spüren und nehme oft viel deutlicher wahr, wie es mir eigentlich gerade geht.

In einer Meditation entstand vor vielen Jahren ein Bild, das mich bis heute begleitet. Während ein ungeborenes Kind über die Nabelschnur mit seiner Mutter verbunden ist, beginnt mit der Geburt und dem ersten eigenen Atemzug eine neue Form der Verbindung. Seitdem empfinde ich meinen Atem wie eine Nabelschnur zu meiner Seele und zu meiner Lebensenergie.

Der Atem ist immer da. Wir nehmen ihn nur meistens nicht wahr.

Auch die Chakren gehören für mich zu unserem Energiesystem

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit den sieben Hauptchakren und ihrer Verbindung zu unserem Körper, unseren Gefühlen, Bedürfnissen und unserer persönlichen Entwicklung.

Dabei geht es mir nicht darum, möglichst schnell alle Chakren „hochzuschwingen“. Viel interessanter finde ich, sie bewusst wahrzunehmen und darüber einen anderen Zugang zu sich selbst zu bekommen.

Die einzelnen Chakren sind für mich mit unterschiedlichen Lebensthemen verbunden. Dazu gehören beispielsweise Sicherheit und Vertrauen, Beziehungen und Gefühle, Selbstwert und persönliche Kraft, Liebe und Verbundenheit, Ausdruck, Intuition sowie unsere spirituelle Verbindung.

Wenn wir uns eine Zeit lang bewusst mit diesen Bereichen beschäftigen, können wir dadurch Seiten an uns wahrnehmen, die im normalen Alltag leicht untergehen.

Genau aus diesem Grund habe ich damals meinen 49-Tage-Chakra-Kurs entwickelt. Ich hatte den starken inneren Impuls, die Chakren nicht nur theoretisch zu erklären, sondern Menschen dabei zu unterstützen, sie selbst zu erfahren. Deshalb widmet sich der Kurs jedem der sieben Hauptchakren jeweils sieben Tage lang. Über Meditationen und bewusste Wahrnehmung entsteht so über sieben Wochen eine intensive Reise durch das eigene Energiesystem.

Hier kannst du mehr über meinen 49-Tage-Chakra-Kurs erfahren.

Energiearbeit bedeutet für mich nicht, immer positiv zu sein

Wenn wir beginnen, uns selbst bewusster wahrzunehmen, kann das durchaus auch unbequem werden. Wir stellen vielleicht fest, dass eine Beziehung nicht mehr so stimmig ist wie früher, dass uns eine bestimmte Verpflichtung schon lange gegen den Strich geht oder dass wir seit Jahren etwas tun, von dem wir eigentlich wissen, dass wir es gar nicht mehr wollen.

Das ist für mich ein wichtiger Aspekt von Energiearbeit, der manchmal zu kurz kommt. Es geht nicht darum, anschließend lächelnd auf einer rosafarbenen Wolke durchs Leben zu schweben. 😄

Wenn wir sensibler für uns selbst werden, nehmen wir eben auch deutlicher wahr, wo etwas nicht stimmt. Und dann stehen wir irgendwann vor der Frage, ob wir diese Wahrnehmung wieder wegschieben oder bereit sind, etwas in unserem Leben zu verändern.

Das müssen nicht immer die großen Entscheidungen sein. Manchmal besteht die Veränderung darin, einen Termin abzusagen, eine Aufgabe nicht mehr automatisch zu übernehmen oder endlich auszusprechen, was einen schon lange stört.

Heute verstehe ich „Energie erhöhen“ anders als früher

Als ich mich vor vielen Jahren intensiver mit Energiearbeit beschäftigte, wollte ich vor allem wissen, wie ich meine Energie erhöhen kann. Heute sehe ich das differenzierter.

Ich möchte keinem bestimmten Energielevel mehr hinterherlaufen, sondern bewusster mit meiner Lebensenergie umgehen und wahrnehmen, was mein Körper und meine Seele gerade brauchen. Dazu gehört für mich genauso, meinem Bedürfnis nach Ruhe zu folgen, wie die Dinge zu tun, die mir Freude machen und mich lebendig fühlen lassen.

Gleichzeitig merke ich heute schneller, wenn ich mich wieder einmal in etwas verrenne, das eigentlich gar nicht zu mir passt, oder meine Kraft dafür verwende, Erwartungen anderer zu erfüllen. Manchmal entsteht neue Energie gerade dadurch, dass ich aktiv werde und etwas verändere. An anderen Tagen ist es genau richtig, mich zurückzuziehen, auf dem Sofa zu liegen oder einfach einmal gar nichts zu tun.

Auch das gehört für mich zu einem gesunden Umgang mit meiner Lebensenergie.

Gönn dir einen Moment zum Ankommen

Manchmal tut es gut, den Kopf für eine Weile auszuschalten und wieder bewusster den eigenen Körper wahrzunehmen.

Dafür habe ich eine geführte Wurzelchakra-Meditation aufgenommen. Sie lädt dich ein, zur Ruhe zu kommen, dich zu erden und wieder mehr innere Stabilität zu spüren.

Du kannst sie dir kostenlos holen und ganz in deinem eigenen Tempo anhören.

Hier geht’s zur kostenlosen Wurzelchakra-Meditation.

Wofür möchtest du deine Energie verwenden?

Diese Frage finde ich inzwischen fast wichtiger als die Frage, wie wir unsere Energie erhöhen können.

Denn unsere Lebensenergie ist nicht unbegrenzt. Gerade in der zweiten Lebenshälfte merke ich sehr deutlich, dass ich sie nicht mehr wahllos überall verteilen möchte. Ich möchte bewusster entscheiden, welche Menschen, Tätigkeiten und Erfahrungen Raum in meinem Leben bekommen und welche Dinge ich nur noch aus Gewohnheit oder Pflichtgefühl mit mir herumschleppe.

Vielleicht musst du deshalb gar nicht sofort dein Leben verändern. Es kann schon viel bewirken, wenn du beginnst wahrzunehmen, an welchen Stellen du regelmäßig über dich selbst hinweggehst und was dir im Gegensatz dazu wirklich guttut.

Manchmal entsteht daraus eine kleine Veränderung, manchmal eine größere. Entscheidend ist für mich, dass wir überhaupt wieder anfangen, uns selbst zuzuhören.

Wenn du eigentlich längst weißt, was dich Kraft kostet

Es gibt allerdings Situationen, in denen wir sehr genau wissen, wo das Problem liegt und trotzdem nicht weiterkommen. Vielleicht ist da dieser eine Mensch, bei dem du immer wieder einknickst, eine Verpflichtung, die du längst nicht mehr übernehmen möchtest, oder eine Situation, die dich seit Tagen beschäftigt und bei der du gedanklich ständig dieselben Runden drehst.

Genau für solche Momente habe ich mein KLARHEIT-Gespräch geschaffen. Du kommst mit der einen Sache, bei der du gerade festhängst. Ich sage dir nicht, was du tun sollst, sondern wir schauen gemeinsam darauf, damit du andere Sichtweisen entdecken und für dich selbst wieder klarer erkennen kannst, was eigentlich stimmt.

Hier erfährst du mehr über KLARHEIT.

Denn für mich bedeutet ein bewusster Umgang mit Energie heute nicht mehr, ständig möglichst hoch zu schwingen. Es bedeutet, meine Lebensenergie ernst zu nehmen und immer wieder zu überprüfen, wohin sie fließt und ob ich sie für ein Leben einsetze, das auch wirklich meines ist.

Leave A Comment