Nicht gut genug zu sein ist eine Lüge

Kennst du diesen Gedanken?

„Ich bin einfach nicht gut genug.“

Nicht gut genug in deinem Beruf. Nicht gut genug als Partnerin oder Mutter. Nicht erfolgreich genug, nicht schön genug, nicht konsequent genug, nicht selbstbewusst genug.

Es gibt erstaunlich viele Möglichkeiten, sich selbst für ungenügend zu halten.

Und meistens finden wir auch noch jemanden, mit dem wir uns vergleichen können und der scheinbar genau das besser kann, womit wir gerade hadern.

Doch irgendwann habe ich angefangen, mir eine andere Frage zu stellen:

Gut genug – für wen eigentlich?

Denn vielleicht bist du gar nicht „nicht gut genug“. Vielleicht versuchst du nur schon viel zu lange, gut genug für etwas zu sein, das gar nicht deins ist.

Wer hat eigentlich festgelegt, wie du sein solltest?

Schon als Kinder lernen wir, was von uns erwartet wird.

Unsere Eltern haben Vorstellungen davon, was richtig ist, was aus uns werden soll, wie wir uns benehmen sollten und welche Fähigkeiten besonders wertvoll sind.

Das geschieht nicht unbedingt in böser Absicht. Eltern geben weiter, was sie selbst gelernt haben und für richtig halten.

Stell dir einen Vater vor, der begeisterter Sportler ist. Vielleicht war Sport in seiner Familie schon immer wichtig. Natürlich freut er sich, wenn sein Sohn ebenfalls Fußball spielt, mit ihm Fahrrad fährt oder sich für Wettkämpfe begeistert.

Doch was ist, wenn dieser Sohn mit Fußball überhaupt nichts anfangen kann?

Was ist, wenn er lieber stundenlang zeichnet, Musik macht oder Geschichten erfindet?

Vielleicht hört er irgendwann Sätze wie: „Nun streng dich doch mal ein bisschen an.“ Oder er spürt einfach die Enttäuschung seines Vaters, weil er nicht der sportliche Sohn ist, den dieser sich vorgestellt hat.

Der Junge lernt möglicherweise nicht: Meine Stärke liegt woanders.

Er lernt: Mit mir stimmt etwas nicht. Ich bin nicht gut genug.

Wir versuchen, Erwartungen zu erfüllen, die gar nicht zu uns gehören

Das Gleiche kann natürlich auch einer Tochter passieren.

Vielleicht hatte ihre Mutter früher den Traum, Tänzerin zu werden, konnte ihn aber nie verwirklichen. Nun meldet sie ihre Tochter voller Begeisterung zum Ballettunterricht an.

Nur leider hasst das Mädchen Ballett.

Sie möchte lieber draußen herumstromern, Tiere versorgen oder Dinge auseinanderbauen, um herauszufinden, wie sie funktionieren.

Wenn wir jung sind, können wir oft noch nicht unterscheiden zwischen dem, was wir selbst wollen, und dem, was andere von uns erwarten.

Wir möchten dazugehören. Wir möchten geliebt werden. Wir möchten unsere Eltern nicht enttäuschen.

Also passen wir uns an.

Und irgendwann merken wir gar nicht mehr, dass der Maßstab, an dem wir uns messen, vielleicht nie unser eigener war.

Und dann nehmen wir diesen Maßstab mit ins Erwachsenenleben

Das Verrückte ist: Irgendwann sind wir erwachsen und niemand zwingt uns mehr zum Ballettunterricht oder auf den Fußballplatz.

Aber der innere Maßstab ist immer noch da.

Dann müssen wir erfolgreich sein, leistungsfähig, attraktiv, hilfsbereit, belastbar, freundlich und möglichst auch noch gelassen.

Und wenn wir das nicht schaffen, zweifeln wir an uns.

Wir schauen auf andere Frauen und sehen, was sie alles scheinbar mühelos hinbekommen. Die eine hat beruflich mehr Erfolg, die nächste sieht besser aus, eine andere scheint ihre Familie perfekt im Griff zu haben.

Was wir dabei leicht übersehen: Wir vergleichen unser Inneres mit dem, was wir von anderen im Außen sehen.

Und noch etwas übersehen wir:

Vielleicht versuchen wir gerade, in etwas gut zu sein, das überhaupt nicht unserer eigenen Natur entspricht.

„Ich kann etwas nicht“ ist etwas anderes als „Ich bin nicht gut genug“

Diesen Unterschied finde ich sehr wichtig.

Natürlich gibt es Dinge, die wir nicht gut können.

Ich kann nicht alles. Du kannst nicht alles. Und das müssen wir auch nicht.

Wenn ich etwas Neues lerne, kann ich darin zunächst ziemlich schlecht sein. Das sagt aber überhaupt nichts über meinen Wert als Mensch aus.

Ich kann sagen:

„Das kann ich noch nicht.“

Oder:

„Das liegt mir einfach nicht besonders.“

Das ist etwas vollkommen anderes als:

„Ich bin nicht gut genug.“

Denn mit diesem Satz bewerten wir nicht mehr eine Fähigkeit. Wir bewerten uns selbst.

Und genau darin liegt für mich die Lüge.

Was kannst du wirklich gut?

Diese Frage klingt zunächst ganz einfach.

Doch ich habe erlebt, dass viele Menschen erstaunlich lange überlegen müssen, wenn ich sie frage, was sie besonders gut können.

Bei ihren Schwächen geht es meistens schneller. 😄

Warum?

Weil uns unsere wirklichen Fähigkeiten häufig so selbstverständlich erscheinen.

Eine Frau kann vielleicht hervorragend zuhören. Menschen erzählen ihr Dinge, die sie sonst kaum jemandem erzählen. Für sie selbst ist das nichts Besonderes.

„Ich höre halt zu.“

Eine andere erkennt sofort Zusammenhänge, wo andere nur einzelne Probleme sehen.

Eine dritte bringt Ruhe in eine Gruppe, ohne dafür überhaupt etwas tun zu müssen.

Jemand kann wunderbar erklären, organisieren, gestalten, schreiben, mit Menschen umgehen oder spürt sehr schnell, wenn etwas nicht stimmt.

Gerade das, was uns leichtfällt, halten wir häufig nicht für ein Talent.

Wir denken: Das kann doch jeder.

Nein.

Kann nicht jeder.

Deine Fähigkeiten müssen nicht spektakulär sein

Ich glaube, wir haben häufig eine völlig falsche Vorstellung davon, wie ein Talent aussehen muss.

Es muss außergewöhnlich sein. Sichtbar. Messbar. Am besten etwas, womit man andere beeindrucken kann.

Doch viele unserer wichtigsten Fähigkeiten sind viel leiser.

Sie zeigen sich darin, wie wir denken, wahrnehmen, fühlen, mit anderen Menschen umgehen oder Situationen erfassen.

Und genau deshalb übersehen wir sie so leicht.

Wenn wir uns stattdessen ständig auf das konzentrieren, was wir nicht können, entsteht irgendwann das Gefühl, grundsätzlich nicht zu genügen.

Dabei schauen wir möglicherweise einfach nur in die falsche Richtung.

Was hat dir schon als Kind Freude gemacht?

Wenn du herausfinden möchtest, was wirklich zu dir gehört, lohnt sich manchmal ein Blick zurück.

Was hast du als Kind gerne gemacht, bevor dir jemand erklärt hat, was sinnvoll, vernünftig oder erfolgversprechend ist?

Womit konntest du dich stundenlang beschäftigen?

Was fiel dir leicht?

Wofür kamen andere zu dir?

Und was davon hast du irgendwann aufgegeben, weil etwas anderes wichtiger erschien?

Nicht jede kindliche Begeisterung muss später zum Beruf werden. Darum geht es mir gar nicht.

Aber manchmal finden wir dort Spuren von etwas, das schon sehr lange zu uns gehört.

Für mich bringt die Seele ihre eigenen Fähigkeiten mit

Ich glaube, dass wir nicht als leeres Blatt auf diese Welt kommen.

Für mich sind wir Seele und haben einen Körper. Unsere Seele bringt Erfahrungen, Fähigkeiten, Lernaufgaben und eine ganz eigene Energie mit in dieses Leben.

Deshalb interessiert mich nicht nur, was ein Mensch gelernt hat oder welche Ausbildung auf seinem Lebenslauf steht.

Mich interessiert:

Was ist wirklich in diesem Menschen angelegt?

Was fällt ihm leicht? Was zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben? Welche Erfahrungen haben ihn geprägt? Was hat er gerade durch schwierige Zeiten über sich selbst gelernt?

Denn manchmal liegt ausgerechnet in dem, womit wir lange gehadert haben, später eine unserer größten Fähigkeiten.

Du musst nicht jemand anderes werden

Das ist für mich heute einer der wichtigsten Punkte.

Persönliche Entwicklung bedeutet nicht, aus dir einen besseren Menschen zu machen.

Du bist kein Renovierungsprojekt. 😄

Natürlich dürfen wir lernen, wachsen und Dinge verändern, die uns nicht guttun.

Aber wir müssen nicht unser ganzes Leben damit verbringen, an uns herumzuoptimieren, damit wir irgendwann endlich „gut genug“ sind.

Vielleicht geht es viel mehr darum, all das wieder abzulegen, was wir irgendwann übernommen haben und was gar nicht zu uns gehört.

Die Erwartungen anderer.

Die Vorstellungen davon, wie wir sein sollten.

Die Vergleiche.

Und auch den Glauben, dass unsere natürlichen Fähigkeiten nichts Besonderes seien.

Vielleicht warst du die ganze Zeit gut genug

Was wäre, wenn du nicht noch mehr an dir arbeiten müsstest, um endlich zu genügen?

Was wäre, wenn die interessantere Frage wäre:

Wer bin ich eigentlich, wenn ich aufhöre, mich an fremden Maßstäben zu messen?

Das bedeutet nicht, dass wir keine Fehler haben oder nichts mehr lernen müssen.

Es bedeutet nur, dass unser Wert nicht davon abhängt, wie gut wir die Erwartungen anderer erfüllen.

Vielleicht bist du nicht zu wenig.

Vielleicht bist du auch nicht falsch.

Vielleicht hast du nur sehr lange versucht, jemand zu sein, der du gar nicht bist.

Und vielleicht beginnt genau dort etwas Neues: wenn du aufhörst, dich ständig zu fragen, ob du gut genug bist, und stattdessen neugierig darauf wirst, wer du wirklich bist und was in dir steckt.

Dein Seelenplan kann dir eine andere Sicht auf dich zeigen

Genau deshalb arbeite ich so gern mit dem Seelenplan.

Er sagt dir nicht, welchen Beruf du ausüben oder wie du dein Leben führen sollst. Für mich macht er vielmehr sichtbar, welche Lernaufgaben, Talente und Fähigkeiten du mitbringst und welche Themen sich durch dein Leben ziehen.

Gerade wenn du deine eigenen Fähigkeiten für selbstverständlich hältst oder dich schon lange fragst, was eigentlich wirklich zu dir gehört, kann dieser Blick überraschend sein.

Denn manchmal brauchen wir keinen weiteren Beweis dafür, dass wir nicht gut genug sind.

Wir brauchen einen anderen Blick auf uns selbst.

Hier erfährst du mehr über meine persönliche Seelenplan-Auswertung.

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