Trägst du Verletzungen in dir?

Bist du auch schon mal tief verletzt worden und immer, wenn du daran denkst, hängst du wieder in dunklen Gefühlen und holst dir das Bild aus der Vergangenheit wieder hoch? Wie geht Vergebungsarbeit?

Trägst du in dir Verletzungen, Schmerz, Wut, Groll oder Schuld aus der Vergangenheit?

Ich kenne das nur zu gut, denn auch meine Vergangenheit war alles andere als Glück, Friede und Freude.

Da gab es viele Situationen und Aussagen die mich klein hielten und tief verletzt haben.

Auch als Erwachsene Frau habe ich Situationen erlebt, die mich verletzt haben, die schmerzhaft und teilweise sehr grausam waren.

Diese alten Wunden haben lange in mir gewirkt und ich war jenseits davon den beteiligten Menschen vergeben zu können.

 

Manche Schmerzen und Verletzungen tragen wir unser ganzes Leben mit uns rum.

Ich kann mich an einen Menschen in meiner nahen Verwandtschaft erinnern, der noch auf dem Sterbebett dem anderen Menschen eine Verhaltensweise nicht vergeben konnte, die er in der Kindheit erlebt hatte…

 

Das tat mir damals unendlich leid.

Doch genau diese Situation hat mich umdenken lassen und ich habe mich tief mit Vergebungsarbeit beschäftigt.

Das Thema Vergebungsarbeit möchte ich in dieser Folge intensiv auf allen Ebenen beleuchten.

Podcastfolge jetzt anhören:

Was bedeutet „vergeben“ überhaupt?

Es ist ein Loslassen von den Wunden, Verletzungen und Schmerzen der Vergangenheit, so dass die Gefühle neutralisiert sind gegenüber der Situation, die die Verletzung ausgelöst hat und sie uns keine Energie mehr raubt.

 

Daher möchte ich einmal aus neutraler Sicht betrachten, was uns so verletzt, schmerzt oder tiefe Wunden in uns auslöst.

 

Verletzungen auf Seelenebene

Auf Seelenebene gibt es diese Schmerzen, Wunden und Verletzungen nicht. Denn die Seele sieht alles nur als „Erfahrung“ an. Sie bewertet nicht.

Auch die Menschen, die diese Verletzungen auslösen, sind einfach nur Mitspieler in diesem „Erfahrungsspiel“.

Auf Seelenebene braucht es also keine „Vergebungsarbeit“.

 

Vielleicht denkst du jetzt: „Ja, schöne Theorie. Doch ich fühle mich so tief verletzt. Der Schmerz und die Wunde stecken so tief in mir. Das hilft mir jetzt überhaupt nicht“.

 

Daher möchte ich jetzt beleuchten, wie dir „Vergebung“ genau hier helfen kann.

 

Der auslösende Faktor

Hier ist eine neue Sichtweise auf den auslösenden Faktor gefordert.

 

Um Vergeben zu können braucht es zunächst mal Mitspieler und einen Konflikt oder Streit.

Wenn zwei Personen einen Konflikt erleben, dann schaltet sich das Ego der beiden ein und jede Partei nutzt drei Strategien, um mit einer unerwünschten Situation umzugehen.

 

Konflikt: Als Mädchen unerwünscht zu sein

Nehmen wir mal das Beispiel, dass du als Mädchen geboren wurdest, dein Vater sich aber ein Mädchen gewünscht hat.

Dein Vater lässt es dich immer wieder spüren oder sagt es dir auch, dass du ja nur ein Mädchen bist und eigentlich ein Junge sein solltest.

 

Wie fühlst du dich in dieser Situation? Welche Gefühle sind da im Spiel?

Da du als Kind abhängig bist von deinen Bezugs-Personen, möchtest du natürlich geliebt werden. Liebe und Anerkennung sind wichtige Grundbedürfnisse, die wir schon in der Wiege erfüllt haben wollen.

Dein Ego wird also eine Strategie suchen, diese Ablehnung zu bewältigen.

 

Kämpfen als Bewältigungsstrategie

Es könnte jetzt versuchen zu kämpfen, in dem es später, wenn es älter ist, genau das Gegenteil macht, was erwartet wird, damit es die Aufmerksamkeit vom Vater bekommt.

Dabei nimmt es in Kauf, dass es unter Umständen weiteres Leid erfährt und bestraft wird. Hauptsache es bekommt Aufmerksamkeit.

 

Vermeiden

Eine weitere Strategie könnte sein, dass es lieb und brav ist, sich anpasst, unterwürfig ist und alles tut, damit es keinen weiteren Liebesentzug riskiert.

Hier nutzt das Ego die Strategie des Vermeidens.

 

Festhalten

Es gibt eine dritte Strategie des Festhaltens, die das Ego nutzt. Hier würde die Person wahrscheinlich versuchen den Vater davon zu überzeugen, dass auch Mädchen ihren Wert und ihre Berechtigung haben.

Dabei versucht die Person immer wieder zu beweisen, wie gut sie ist. Sie strengt sich an und tut alles dafür, ein Lob zu erhaschen.

 

Du verlierst dich

Bei allen Strategien verliert die Person sich selbst aus dem Blick und erlebt Ablehnung, Bestrafung, Verletzungen und Wunden, die sich tief ins System eingraben.

Die unerwünschten Gefühle, die aus den Verletzungen resultieren, werden vom Ego immer wieder unterdrückt. Denn ein Ego nährt sich von Gefühlen, die niedrig schwingen. So hält es die Person in seiner Box.

 

Seele wünscht sich gute Gefühle

Die Seele wünscht sich jedoch Frieden, Liebe, Freiheit und tendiert dazu in hoch-schwingenden Gefühlen zu sein. Die Seele möchte, dass du als Persönlichkeit glücklich, zufrieden und erfüllt bist und weiterwächst.

 

Fühlen ist der Schlüssel

Vergebung ist hier die Erlösung. Es braucht die Bereitschaft, die Gefühle, die aus den Verletzungen entstanden sind, wirklich zu fühlen und die Erkenntnis, dass aus den erlebten Situationen auch positives entstanden ist.

 

Der Anfang liegt im Reflektieren:

Ein innerer Dialog könnte sein:

„Ja, es hat mich verletzt, dass mein Vater mich nicht so wollte, wie ich bin.

Doch jetzt bin ich erwachsen. Ich stelle mir die Frage:

Was habe ich aus dieser verletzenden Situation gelernt?

Wozu hat sie mir gedient?“

 

Hier kannst du dir eine Liste machen und aufschreiben, was an dieser Situation gut war, was es aus dir gemacht hat und welche Fähigkeiten du daraus entwickelt hast, die dir heute noch zu Gute kommen.

 

Ich kann mir vorstellen, dass du eine ganze Menge Punkte findest, wozu diese Situation gedient hat.

 

Training um zu wachsen

Vielleicht kannst du jetzt deinen Vater als „Trainer“ sehen, der dir geholfen hat, genau diese Fähigkeiten zu entfalten.

 

Wenn du die Situation auf Seelenebene anschaust, dann bist du wie auf einer höheren Ebene und kannst als neutrale Beobachterin auf die Situation hinunterschauen.

 

Nun kann es gelingen, die Gefühle, die damit zusammenhängen zu neutralisieren, in dem du das Erlebte in Liebe und Dankbarkeit annimmst und dich innerlich bei deinem Vater bedankst.

 

Das ist der Prozess der Vergebungsarbeit.

Die Gefühle, die mit der erlebten Situation, die zu Verletzungen und Wunden geführt haben, aus der höheren Perspektive deiner Seele anzuschauen, sie zu fühlen und in Dankbarkeit und Liebe gehen zu lassen.

 

Es gibt keine Schuld

Wichtig ist dabei, dass du aufhörst, die Verantwortung auf die andere Person zu schieben, in dem du ihr die Schuld gibst.

Auf Seelenebene gibt es KEINE SCHULD.

Egal was du schlimmes erlebt hast.

 

Die Erde ist ein Lernplanet für uns Seelen, die sich Körper gesucht haben, um hier ein Spiel zu spielen und Erfahrungen zu sammeln.

Dabei folgt deine Seele einem bestimmten Plan, denn sie bringt sowohl Lernaufgaben, Talente als auch eine Seelenaufgabe mit in diese Welt.

Wenn du deinen Seelenplan kennenlernen willst, findest du in den Shownotes einen Link, sowie einen früheren Podcast dazu.

 

Aus der Sichtweise deiner Seele wirst du die unguten Situationen, die dich verletzt haben, neutral betrachten und dafür die hundert prozentige Verantwortung übernehmen können.

Du beginnst die Gefühle „Anzunehmen“, zu akzeptieren und in Liebe zu neutralisieren.

 

Freunde und Trainer

Auf Seelenebene gibt es nur „Freunde“ und „Trainer“. Beide sorgen dafür, dass die Seele, die sich in diesem Körper inkarniert hat, Erfahrungen macht und Erkenntnisse sammelt, etwas daraus lernt, für die Erweiterung des Bewusstseins sorgt und schließlich den Seelenplan zu erfüllen.

 

Strategien des Egos entlarven

Wenn du als Persönlichkeit nun erkennst, welche Strategie dein Ego da gerade verfolgt, kannst du eine Entscheidung treffen und damit aufhören.

Fakt ist, dass es beide Personen reichlich Energie kostet, wenn sie damit weitermachen. Die Wunden und Verletzungen gehen immer tiefer und blockieren in der Hauptsache die Energie von Licht und Liebe und verhindern, dass die dunklen Gefühle auf Seelenebene erlöst werden können.

 

Da die Seele mit den Grundenergien von Licht und Liebe ausgestattet ist, verhindern Gefühle von Wut, Zorn, Groll, Schuld und Verletzung, dass du in leichtere Gefühle kommst und damit in die Schwingung deiner Seele.

 

Ego ist Motor

Das Ego ist auf der einen Seite Motor des Menschen, damit die Person Erfahrungen machen kann, es möchte auf jeden Fall die Macht behalten. Wenn der Mensch sich auf den spirituellen Weg macht, dann wird das Ego alle Register ziehen, um den Menschen von der Seele zurück zu halten. Es sorgt für Situationen die emotional geprägt sind und Gefühle mit niedriger Schwingung erzeugen.

Es sorgt für Streit, Konflikte, Missverständnisse in denen dann genau die Verletzungen und Wunden erzeugt werden, die die Parteien trennen.

 

Wie können die Strategien des Egos entlarvt werden?

Dabei helfen wertvolle Fragen, um in die Erkenntnis zu kommen, was da gerade abläuft und für Streit, Konflikt und Verletzungen sorgt:

 

Was kostet es mich, wenn ich weiter festhalte/Kämpfe/Vermeide?

Was passiert, wenn ich aufhöre festzuhalten/zu kämpfen/zu vermeiden?

 

Fakt ist, dass das Festhalten an den Verletzungen sehr viel Energie kostet.

Die Strategien des Egos zu kennen und sie in den Konflikt-Situationen zu reflektieren sorgt dafür, dass beide Parteien sich wieder neutral begegnen können.

 

Vergebung bedeutet weiter:

Ich lasse los von den unguten Strategien meines Egos und sorge dafür, dass die Energie auf beiden Seiten wieder fließen kann.

Ich erkenne, dass ich daraus etwas lernen sollte und die Situation mir gedient hat.

 

Vergebungs-Technik: Hoóponopono der Hawaiianer

Ich höre immer wieder von unterschiedlichen Vergebungs-Techniken. Eine sehr Bekannte möchte ich hier aufnehmen, die mir gut gefällt.

Es ist das Hoóponopono-Ritual aus der Huna-Tradition der Hawaiianer.

 

Es arbeitet mit folgenden Sätzen:

Es tut mir leid

Bitte verzeih mir

Ich danke dir

Ich liebe dich.

 

Ich vergebe dir

Ich segne dich

Ich danke dir

Ich liebe dich

Ich lasse los.

 

Grund-Tenor ist auch hier das Loslassen der verdrängten Gefühle und anerkennen der Liebe, die in jeder Situation liegt.

 

Wie viel Leid könnte erlöst werden, wenn jeder Mensch sich bewusst macht, dass er Seele ist, einen Körper hat und diese Welt hier die Bühne für die Seele ist?

Wenn gleichzeitig die Erkenntnis da ist, dass das Ego jedes Menschen versucht Trennung zu produzieren, damit die Seele in Vergessenheit gerät?

 

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesen Impulsen helfen einige deiner tiefen Wunden aus einer anderen Sichtweise anzuschauen und zu erlösen.

 

 

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